
Sicherheitsdienste
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Sicherheitsdienste Kosten mit 4 Beispielen kalkulieren
Sicherheitsdienste Kosten kalkulieren: Stundensätze von 25 bis 60 Euro netto, Monatspauschalen bis 12.000 Euro, Zuschläge, 19 Prozent Umsatzsteuer, vier Beispiele.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Stundensätze für Sicherheitsdienste liegen netto zwischen 25 Euro und 60 Euro.
- Monatspauschalen reichen von 2.000 Euro netto bei 80 Stunden bis 12.000 Euro netto bei 200 Stunden.
- Nacht-, Sonntags- und Feiertagszuschläge erhöhen den Grundlohn um bis zu 100 Prozent.
- Auf jeden Nettobetrag kommen 19 Prozent Umsatzsteuer.
- Im Wachgewerbe ist Tarifbindung verbreitet, die Erlaubnispflicht gilt unabhängig davon.
Was den Stundensatz treibt
Ausgangspunkt ist der Bruttolohn der Wachkraft. Auf ihn zahlt der Arbeitgeber Sozialversicherungsbeiträge von rund 21 Prozent, dazu kommen Umlagen, Urlaubsanspruch und Entgeltfortzahlung. Der Personalblock liegt damit etwa ein Drittel über dem reinen Bruttolohn.
Beispielrechnung für einen Stundensatz von 34 Euro netto: 18 Euro Bruttolohn, 6 Euro Lohnnebenkosten, 7 Euro Sach- und Verwaltungskosten, 3 Euro Gewinn und Wagnis. Verschiebt sich eine dieser Größen, ändert sich der Preis sofort.
Danach folgen Sachkosten: Dienstkleidung, Funkgeräte, Fahrzeuge, Software für Wachbuch und Zutrittskontrolle. Bei Objekten mit Leitstelle und Videoüberwachung erreicht dieser Block schnell mehrere hundert Euro im Monat.
Jeder Anbieter benötigt für das Bewachungsgewerbe eine Erlaubnis. Die Erlaubnispflicht nach Paragraf 34a der Gewerbeordnung verlangt zusätzlich die Zuverlässigkeitsprüfung und Unterrichtung des Personals. Dieser Aufwand steckt in jedem Stundensatz.
Angebote deutlich unter 25 Euro netto je Stunde passen selten zu Tarifentgelt, Sozialabgaben und Qualifikation. Prüfen Sie solche Offerten zuerst auf den zugrunde gelegten Stundenumfang.
Stundensätze und Monatspauschalen im Vergleich
Für die folgenden Werte gilt: netto, ohne Zuschläge für Nacht und Wochenende, Stundenumfang laut Tabelle.
Stundensätze und Monatspauschalen
Einsatzart
- Revierdienst und Bestreifung
- 25-32 Euro
- Pfortendienst am Tag
- 30-40 Euro
- Nachtdienst mit Sachkundeprüfung
- 38-50 Euro
- Objektschutz mit Leitstelle
- 48-60 Euro
Stundensatz netto
- Revierdienst und Bestreifung
- 80
- Pfortendienst am Tag
- 160
- Nachtdienst mit Sachkundeprüfung
- 173
- Objektschutz mit Leitstelle
- 200
Stunden je Monat
- Revierdienst und Bestreifung
- 2.000-2.560 Euro
- Pfortendienst am Tag
- 4.800-6.400 Euro
- Nachtdienst mit Sachkundeprüfung
- 6.574-8.650 Euro
- Objektschutz mit Leitstelle
- 9.600-12.000 Euro
Monatspauschale netto
- Revierdienst und Bestreifung
- Pfortendienst am Tag
- Nachtdienst mit Sachkundeprüfung
- Objektschutz mit Leitstelle
Eine Vollzeitbesetzung umfasst 173 Stunden im Monat. Wer rund um die Uhr abdecken will, braucht wegen Ruhetagen, Urlaub und Krankheit mehrere Kräfte und liegt deshalb über diesen Werten.
Zuschläge für Nacht und Wochenende
Nachtarbeit, Sonntagsarbeit und Feiertagsarbeit werden im Wachgewerbe mit Zuschlägen vergütet. Übliche Annahmen einer Beispielrechnung sind 25 Prozent für Nachtarbeit, 50 Prozent für Sonntagsarbeit und 100 Prozent für Feiertagsarbeit.
Beispielrechnung: Ein Grundlohn von 34 Euro ergibt mit Nachtzuschlag 42,50 Euro je Stunde, mit Sonntagszuschlag 51 Euro. Ein Nachtdienst über 173 Stunden kostet damit 7.352,50 Euro netto statt 5.882 Euro.
Zuschläge gelten je geleisteter Stunde, nicht pauschal für den ganzen Monat. Erfassen Sie deshalb die Nacht- und Wochenendstunden aus dem Einsatzplan, bevor Sie das Budget freigeben.
Tarifbindung und Umsatzsteuer
Im Wach- und Sicherheitsgewerbe gelten regionale Tarifverträge, die Entgelte und Zuschläge regeln. Tarifverträge und tarifliche Entgelte ordnet die Themenseite Arbeit des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ein. Viele Betriebe sind tarifgebunden, teilweise durch Allgemeinverbindlicherklärung.
Deshalb sind Angebote aus verschiedenen Tarifbezirken kaum vergleichbar. Fordern Sie im Angebot den Tarifbezirk, die Entgeltgruppe und die Zuschlagsregelung an. Im Wachgewerbe gilt zudem ein branchenbezogener Mindestlohn, der über dem allgemeinen Mindestlohn liegt.
Alle genannten Beträge sind Nettobeträge. Auf der Rechnung kommen 19 Prozent Umsatzsteuer hinzu. Aus 4.800 Euro netto werden 5.712 Euro brutto. Kommunen können die Vorsteuer bei hoheitlicher Tätigkeit häufig nicht abziehen, für sie zählt der Bruttobetrag.
Vier Beispielrechnungen für das Budget
Vier Beispielrechnungen
- Revierdienst Einzelhandel25 Euro mal 80 Stunden ergibt 2.000 Euro netto, brutto 2.380 Euro.
- Pfortendienst Verwaltungsgebäude34 Euro mal 173 Stunden ergibt 5.882 Euro netto, brutto 6.999,58 Euro.
- Nachtdienst Logistik mit Zuschlag42,50 Euro mal 173 Stunden ergibt 7.352,50 Euro netto, brutto 8.749,48 Euro.
- Objektschutz mit Leitstelle am Wochenende60 Euro mal 200 Stunden ergibt 12.000 Euro netto, brutto 14.280 Euro.
Vergabe sauber vorbereiten
- Erlaubnis nach Paragraf 34a GewO und Zuverlässigkeitsprüfung der Leitung verlangen.
- Qualifikation festlegenSachkundeprüfung oder Unterrichtung.
- Qualitätsnachweis über eine Zertifizierung nach DIN 77200 verlangen; wie solche Normen entstehen, erklärt die DIN-Übersicht zu Normen und Standards.
- Reaktionszeiten und Vertretung bei Ausfall schriftlich regeln.
- Preisanpassung an Tarifabschlüsse, Laufzeit und Kündigungsfrist begrenzen.
Planen Sie zusätzlich einen Puffer von fünf bis zehn Prozent ein. Ausfallstunden und Sonderaufträge tauchen in keiner Monatspauschale auf.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Kosten für einen Sicherheitsdienst pro Stunde?
Netto zwischen 25 Euro für einfache Bestreifung und 60 Euro für anspruchsvollen Objektschutz mit Leitstelle und Zusatzqualifikation.
Warum weichen Monatspauschalen so stark ab?
Stundenumfang, Qualifikation, Zuschläge und Technik bestimmen den Preis. 80 Stunden ergeben 2.000 Euro, 200 Stunden mit Leitstelle bis zu 12.000 Euro netto.
Fallen 19 Prozent Umsatzsteuer an?
Ja. Sicherheitsdienstleistungen sind umsatzsteuerpflichtig. Rechnen Sie den Bruttobetrag aus Nettobetrag mal 1,19. Achten Sie darauf, ob ein Angebot netto oder brutto ausgewiesen ist.
Was ändert Tarifbindung am Preis?
Der Grundlohn steigt auf tarifliches Niveau, Zuschläge sind verbindlich. Das hebt die Monatspauschale, macht die Kalkulation aber planbar.
Wie kalkuliere ich Nachtarbeit richtig?
Grundlohn plus Nachtzuschlag je Stunde, multipliziert mit den Nachtstunden im Monat. Bei 25 Prozent Zuschlag steigt ein Stundensatz von 34 Euro auf 42,50 Euro.


