
Zutrittskontrolle
Teil von Welche Zutrittskontrolle braucht ein kleiner Betrieb?
Zutrittskontrolle oder Schlüsselmanagement im Vergleich
Zutrittskontrolle Vergleich: mechanische Schließanlagen, mechatronische Zylinder wie eCLIQ und evolo sowie vernetzte Systeme mit Kosten, Normen und DSGVO.
Das Wichtigste auf einen Blick
Kosten je Tür im Vergleich
- Mechanisch150 Euro
- Mechatronisch300–700 Euro
- Vernetzt1.500–3.000 Euro
- Für kleine Objekte bleibt die mechanische Anlage die günstigste Variante: Profilzylinder von dormakaba oder ASSA ABLOY beginnen bei rund 150 Euro netto.
- Mechatronische Zylinder wie ASSA ABLOY eCLIQ oder dormakaba evolo kosten etwa 300 bis 700 Euro netto je Tür.
- Vernetzte Systeme mit dormakaba SMARTair und exos oder ASSA ABLOY Aperio liegen bei 1.500 bis 3.000 Euro netto je Tür, eine kleine Anlage mit Software bei rund 5.000 Euro netto.
- Sperrrechte ändern sich elektronisch in Minuten, mechanisch nur über einen Zylindertausch.
- Öffnungsprotokolle sind personenbezogene Daten, deshalb gelten DSGVO und bei Beschäftigten § 26 BDSG.
Mechanische Schließanlagen: günstiger Einstieg, teurer Verlust
Jede mechanische Schließanlage besteht aus Zylindern, Schlüsseln und einem Sperrplan. Der Sperrplan legt fest, welcher Schlüssel welche Tür öffnet. Für überschaubare Objekte mit wenigen Nutzergruppen bleibt das die günstigste Lösung.
Beispielrechnung: Ein einzelner Profilzylinder mit Sicherungskarte kostet rund 150 Euro netto. Eine Zentralschließanlage für zehn Türen liegt je nach Ausführung bei 1.500 bis 3.000 Euro netto. Nachschlüssel schlagen mit 20 bis 60 Euro netto zu Buche.
Zwei Bauformen sind üblich. Die Zentralschließanlage öffnet alle Türen mit einem Schlüssel, die Gruppenanlage trennt Bereiche wie Verwaltung und Lager. Beide verlangen ein Schlüsselmanagement, das Ausgabe, Rückgabe und Verlust dokumentiert.
Der Nachteil zeigt sich im Betrieb. Geht ein Generalhauptschlüssel verloren, müssen alle betroffenen Zylinder getauscht werden. Dafür sind schnell 2.000 bis 5.000 Euro netto fällig, dazu neue Schlüssel und eine neue Sperrplanung.
Anbieter wie ASSA ABLOY führen mechanische Zylinderprogramme und daneben elektronische Systeme, sodass sich beide Welten im selben Schließplan kombinieren lassen.
Mechatronische Zylinder und vernetzte Zutrittskontrolle
Bei der elektronischen Zutrittskontrolle sind zwei Stufen zu unterscheiden. Mechatronische Zylinder verbinden Mechanik und Elektronik, vernetzte Anlagen binden Leser, Steuergeräte und Software zusammen.
ASSA ABLOY eCLIQ arbeitet mit einem elektronischen Schlüssel, der seine Gültigkeit beim Stecken aktualisiert. Die Variante CLIQ Connect überträgt Zeitfenster per Bluetooth vom Smartphone auf den Schlüssel. dormakaba evolo folgt demselben Prinzip mit Zylindern und Beschlägen aus einem Baukasten.
Vernetzte Systeme wie dormakaba SMARTair oder ASSA ABLOY Aperio melden Sperrlisten und Buchungen über Funk an die Zentrale. Die Verwaltung übernimmt Software wie dormakaba exos. Planungsunterlagen für solche Auslegungen stellt dormakaba bereit.
Die Preise folgen der Technik. Ein elektronischer Zylinder kostet etwa 300 bis 700 Euro netto pro Tür. Vernetzte Lösungen mit Leser, Steuergerät und Software liegen bei 1.500 bis 3.000 Euro netto je Tür. Eine kleine Anlage mit zwei bis drei Türen samt Grundsoftware landet bei rund 5.000 Euro netto.
Laufende Kosten entstehen durch Wartungsverträge, Softwarepflege und Batteriewechsel. Als Faustwert gelten 5 bis 10 Prozent der Investitionssumme pro Jahr. Das Ausweismedium ist billiger als Metall: Ein Transponder kostet etwa 5 bis 15 Euro netto, ein Nachschlüssel mit Sicherungskarte 20 bis 60 Euro netto.
Drei Systeme mit benannten Beispielen im Vergleich
Drei Systeme im Vergleich
Mechanische Schließanlage
- Beispielprodukte
- Profilzylinder von dormakaba, ASSA ABLOY
- Anschaffung je Tür, netto
- 150 bis 300 Euro
- Reaktion auf Schlüsselverlust
- Zylindertausch nötig
- Laufende Kosten
- Nachschlüssel, Zylindertausch
- Nachrüstbarkeit
- gering
- Datenschutzaufwand
- keiner
Mechatronischer Zylinder
- Beispielprodukte
- ASSA ABLOY eCLIQ, dormakaba evolo
- Anschaffung je Tür, netto
- 300 bis 700 Euro
- Reaktion auf Schlüsselverlust
- Schlüssel sperren, wirkt beim nächsten Stecken
- Laufende Kosten
- Batterien, Wartung
- Nachrüstbarkeit
- mittel
- Datenschutzaufwand
- Buchungen in Schlüssel und Zylinder
Vernetzte Anlage
- Beispielprodukte
- dormakaba SMARTair und exos, ASSA ABLOY Aperio
- Anschaffung je Tür, netto
- 1.500 bis 3.000 Euro
- Reaktion auf Schlüsselverlust
- Sperrung sofort wirksam
- Laufende Kosten
- Wartung, Softwarepflege, Lizenzen
- Nachrüstbarkeit
- hoch
- Datenschutzaufwand
- Protokolle und Rollenkonzepte
Aus der Tabelle wird die Grundentscheidung sichtbar: Mechanisch bleibt der Einstieg günstig, elektronisch wächst der Aufwand. Entscheidend ist die Reaktionszeit auf Schlüsselverlust.
Sicherheit, Normen und Datenschutz
Bei der Sicherheit zählen zwei Ebenen. Die Widerstandskraft von Zylindern und Beschlägen prüfen Normen und Zertifizierungen. DIN 18252 definiert Begriffe, Maße und Anforderungen für Profilzylinder, das VdS-Zeichen der VdS Schadenverhütung GmbH steht für geprüfte einbruchhemmende Komponenten.
Für mechanische Sicherungen gelten zudem Widerstandsklassen nach DIN EN 1627, von RC 1 bis RC 6.
Elektronische Systeme ergänzen das um Sperrlisten und Protokolle. Genau daraus entsteht der Datenschutzaufwand. Eine mechanische Anlage erzeugt keine personenbezogenen Daten. Elektronische Systeme protokollieren, wer wann welche Tür geöffnet hat. Diese Verarbeitung fällt unter die DSGVO im verbindlichen EU-Rechtstext.
Bei Beschäftigten gilt zusätzlich § 26 BDSG zur Verarbeitung von Beschäftigtendaten. Nötig sind ein konkreter Zweck, eine begrenzte Speicherfrist und klare Rollen. Beim Nachrüsten dominiert der Mischbetrieb: Bestehende Zylinder bleiben, einzelne Türen erhalten elektronische Komponenten.
Nachrüsten in fünf Schritten
- Türen nach Schutzbedarf ordnen, etwa Außentüren, Serverraum, Lager und Verwaltung.
- Nutzergruppen und Rechte festlegen, bevor Technik ausgewählt wird.
- Bestehende Zylinder prüfen und Angaben zu DIN 18252 sowie zum VdS-Zeichen einholen.
- Eine Pilottür mit eCLIQ, evolo oder SMARTair ausstatten und im Alltag testen.
- Ausweismedium, Verlustprozess und Löschfristen schriftlich regeln.
Häufige Fragen
Was kostet Zutrittskontrolle für zehn Türen im Vergleich?
Mechanisch sind für zehn Türen etwa 1.500 bis 3.000 Euro netto zu rechnen. Vernetzt kostet dieselbe Anzahl Türen mit Software grob 15.000 bis 25.000 Euro netto. Verkabelung und Softwareanteil verschieben den Wert deutlich.
Reicht ein mechatronischer Zylinder ohne Netzwerk aus?
Für wenige Türen und klare Nutzergruppen ja. Systeme wie eCLIQ oder evolo arbeiten mit Batterie und ohne Verkabelung. Sperrungen wirken dann beim nächsten Kontakt des Schlüssels, nicht in der Sekunde.
Muss der Betriebsrat mitentscheiden?
Elektronische Systeme, die Verhalten oder Leistung erfassen können, fallen unter die Mitbestimmung nach § 87 BetrVG. Der Betriebsrat bestimmt bei der Einführung mit. Ohne Protokollfunktion sinkt der Aufwand, die Beteiligung entfällt aber nicht automatisch.
Welche Norm gilt für Schließzylinder?
DIN 18252 beschreibt Begriffe, Maße und Anforderungen für Profilzylinder. Sie ist die Grundlage, wenn Zylinder ausgetauscht oder Schließanlagen erweitert werden.
Wofür steht das VdS-Zeichen?
Die VdS Schadenverhütung GmbH prüft Sicherungstechnik und vergibt Zertifikate. Ein VdS-Zeichen auf Zylinder oder Zutrittskomponente belegt, dass das Produkt definierte Prüfungen bestanden hat.



