Gesichertes Fenster und Tür mit Einbruchschutz nach DIN EN 1627
Bild: Sicherheitsauswahl

Einbruchschutz

Teil von Einbruchschutz planen mit Normen und Maßnahmen für Gewerbeobjekte

Einbruchschutz oder Videoüberwachung im Vergleich

Einbruchschutz oder Videoüberwachung im Vergleich: Schutzwirkung, Anbieter, Kosten von 1.000 bis 12.000 Euro netto, DIN EN 1627, VdS und DSGVO im Gewerbe.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Mechanische Sicherung nach DIN EN 1627 verzögert das Eindringen, Videoüberwachung dokumentiert es.
  • Hersteller sind ABUS, WINKHAUS, Roto und Siegenia für Bauteile sowie Axis, Dallmeier und Mobotix für Kameras.
  • Beispielkosten reichen von 1.000 Euro netto für eine Einzelkamera bis 12.000 Euro netto für nachgerüstete Fenster und Türen.
  • VdS-anerkannte Einbruchmeldeanlagen von Telenot oder Bosch erleichtern den Versicherungsnachweis.
  • Videoüberwachung benötigt eine Rechtsgrundlage nach DSGVO und BDSG, mechanischer Schutz nicht.

Anbieter für Mechanik, Detektion und Video

Der Markt teilt sich in Bauteile, Melde- und Videotechnik sowie Errichterbetriebe.

Mechanischer Einbruchschutz kommt überwiegend von europäischen Herstellern. ABUS, WINKHAUS, Roto, Siegenia und Gretsch-Unitas liefern Fensterbeschläge, Zusatzschlösser und Türsicherungen. KFV und BKS decken Zylinder und Türtechnik ab.

Bei Videotechnik konkurrieren Axis Communications, Bosch Building Technologies, Hanwha Vision, Dallmeier, Mobotix und Avigilon. Aufzeichnungssoftware kommt von Milestone Systems und Genetec. Kameras von Hikvision und Dahua sind günstiger, öffentliche Auftraggeber prüfen dort zusätzlich Herkunft und Datenzugriff.

Einbruchmeldeanlagen liefern unter anderem Telenot, Bosch, Novar, Satel und Aritech. VdS-anerkannte Errichterbetriebe erleichtern die Abstimmung mit dem Versicherer, weil die VdS Schadenverhütung GmbH Klassen wie VdS A, B und C definiert.

Montage und Betrieb übernehmen zudem Sicherheitsdienste wie Securitas, Kötter Security, WISAG, Prosegur und Klüh Security. Kostenlose Beratung bieten die kriminalpolizeilichen Beratungsstellen der Länder.

Schutzwirkung und Abschreckung

Mechanischer Schutz wirkt am Bauteil. Geprüfte Fenster und Türen nach DIN EN 1627 in den Widerstandsklassen RC 1 bis RC 6 verlängern die Zeit bis zum Durchbruch. Viele Täter brechen ab, wenn der Aufwand steigt.

Schutzwirkung im Vergleich

Mechanik

Wirkung
verzögert Durchbruch
Verhindert Eintritt
teilweise
Abschreckung
nach Einstieg
Reaktion
keine

Einbruchmeldeanlage

Wirkung
meldet Eintritt
Verhindert Eintritt
nein
Abschreckung
gering
Reaktion
Intervention

Video

Wirkung
dokumentiert
Verhindert Eintritt
selten
Abschreckung
vor Einstieg
Reaktion
Beweise

Videoüberwachung verhindert den ersten Eintritt selten. Sie erzeugt Bilder, erlaubt Live-Beobachtung und sichert Beweise. Einbruchmeldeanlagen liegen dazwischen: Sie melden den Eintritt in Sekunden und lösen eine Intervention aus.

Abschreckung wirkt unterschiedlich. Sichtbare Kameras und Hinweisschilder senken die Bereitschaft, ein Objekt zu betreten. Mechanik senkt die Erfolgsaussicht nach dem Einstieg. Eine belastbare Bewertung liefert nur eine objektbezogene Risikoanalyse.

Prüfschema für die Priorisierung:

  1. Werte erfassen, etwa Bargeld, Server oder Akten.
  2. Interventionszeit von Wachdienst oder Polizei messen.
  3. Versicherungsauflagen und Vorgaben des VdS prüfen.
  4. Reihenfolge festlegenHülle, Detektion, Video.

Beispielkosten und Rechenbeispiel

MaßnahmeBeispielkosten nettoTypisches Objekt
Einzelkamera mit Aufzeichnung1.000 bis 2.500 EuroNebeneingang
Vier Kameras mit Netzwerkrekorder4.000 bis 8.000 EuroHof und Werkstore
Nachrüstung Fenster und Türen RC 26.000 bis 12.000 EuroVerwaltungsgebäude
Einbruchmeldeanlage mit Aufschaltung3.000 bis 9.000 EuroLadenfläche

Die Werte sind Beispielrechnungen für mittlere Gewerbeobjekte und schwanken mit Gebäudegröße, Verkabelung und Montageaufwand. Angebote sollten Mechanik, Detektion, Videotechnik und Aufschaltung getrennt ausweisen.

Rechenbeispiel: Ein Verwaltungsgebäude mit zwölf Fenstern und zwei Nebeneingängen. Die Nachrüstung auf RC 2 kostet netto rund 8.000 Euro, vier Kameras mit Netzwerkrekorder rund 6.000 Euro, die Einbruchmeldeanlage mit Aufschaltung rund 5.000 Euro. Die Wartung liegt bei etwa 400 Euro netto jährlich.

Datenschutz: DSGVO, BDSG und Aufsicht

Videoüberwachung greift in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung ein. Rechtsgrundlage, Zweckbindung, Speicherdauer und Hinweisschilder müssen dokumentiert sein. Die Pflichten der Verantwortlichen stehen im verbindlichen Rechtstext der Verordnung (EU) 2016/679.

Ergänzend gilt das Bundesdatenschutzgesetz mit besonderen Regeln für Beschäftigtendaten. Wer Beschäftigte überwacht, muss den Betriebsrat beteiligen.

Konkrete Vorgaben macht die Landesaufsicht. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht verlangt Hinweisschilder, enge Löschfristen und eine dokumentierte Interessenabwägung.

Mechanischer Einbruchschutz löst diese Pflichten nicht aus, weil keine personenbezogenen Daten entstehen.

Normen, Zertifizierung und Wartung

DIN EN 1627 beschreibt Widerstandsklassen und Prüfverfahren für einbruchhemmende Bauteile. Einen Überblick über DIN-Normen und ihre Prüfverfahren bietet das Deutsche Institut für Normung.

Für Alarmanlagen gilt die Normenreihe DIN VDE 0833, für Planung und Einbau die VdS-Richtlinie 2311. Bauteile werden über RC-Klassen zertifiziert, Anlagen über VdS-Klassen.

Kamerasysteme verursachen laufende Kosten für Speicher und Softwarepflege. Mechanik braucht wenig Pflege. Wartungsverträge für Einbruchmeldeanlagen kosten häufig einige hundert Euro netto pro Jahr.

Häufige Fragen

Was kostet Videoüberwachung für ein Gewerbeobjekt?

Für zwei bis vier Kameras mit Aufzeichnung sind etwa 1.000 bis 8.000 Euro netto realistisch, zuzüglich Montage und Netzwerktechnik.

Reicht eine Alarmanlage ohne mechanischen Schutz?

Eine Einbruchmeldeanlage meldet den Eintritt, verhindert ihn aber nicht. Ohne gesicherte Fenster und Türen bleibt die Widerstandszeit gering.

Wie lange dürfen Videoaufnahmen gespeichert werden?

Die DSGVO nennt keine feste Frist. Aufsichtsbehörden verlangen eine kurze, begründete Löschfrist, häufig 48 bis 72 Stunden.

Welche Anbieter sind für welche Aufgabe sinnvoll?

ABUS, WINKHAUS und Roto decken Bauteile ab, Telenot und Bosch die Meldetechnik, Axis und Dallmeier die Kameras. Errichterbetriebe bündeln Planung, Montage und Wartung.

Was ist bei Aufzeichnung im Eingangsbereich zu beachten?

Beschäftigte und Besucher müssen auf die Überwachung hingewiesen werden. Die Auswertung darf nur zweckgebunden erfolgen, der Betriebsrat ist zu beteiligen.

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